Wenn du dich schon einmal gefragt hast, was ist anaerobes training, dann denk an die Momente, in denen dein Körper „alles auf einmal“ liefern muss: ein kurzer Sprint zur Bahn, ein schwerer Satz Kniebeugen oder ein intensives Intervall, bei dem du nach wenigen Sekunden deutlich schneller atmest. Genau dort beginnt der anaerobe Bereich – eine Trainingsform, die auf kurze, sehr intensive Belastungen setzt und damit gezielt Kraft, Schnellkraft und Leistungsfähigkeit adressiert.
Wenn du dich schon einmal gefragt hast, was ist anaerobes training, dann denk an die Momente, in denen dein Körper „alles auf einmal“ liefern muss: ein kurzer Sprint zur Bahn, ein schwerer Satz Kniebeugen oder ein intensives Intervall, bei dem du nach wenigen Sekunden deutlich schneller atmest. Genau dort beginnt der anaerobe Bereich – eine Trainingsform, die auf kurze, sehr intensive Belastungen setzt und damit gezielt Kraft, Schnellkraft und Leistungsfähigkeit adressiert.
Was anaerobes training ausmacht
Anaerobes Training beschreibt Belastungen, bei denen die Muskulatur so viel Energie in so kurzer Zeit benötigt, dass der Körper sie nicht mehr ausreichend über Sauerstoff bereitstellen kann. Stattdessen wird Energie überwiegend über Prozesse gewonnen, die ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr auskommen. Das passiert typischerweise bei sehr hoher Intensität – etwa bei Sprints, HIIT oder schwerem Krafttraining – und meist nur über kurze Zeiträume. Ein praktischer Hinweis: Wenn du kaum noch in ganzen Sätzen sprechen kannst und die Anstrengung schnell „brennt“, bist du häufig in einem anaeroben Bereich unterwegs.
Warum es oft missverstanden wird
Ein verbreitetes Missverständnis ist, anaerobes Training sei nur etwas für Leistungssportler oder ausschließlich „Krafttraining“. Tatsächlich kann es in vielen Sportarten vorkommen – auch beim Laufen, Radfahren oder Teamsport – sobald die Intensität stark anzieht. Ebenso wichtig: Anaerob bedeutet nicht „ohne Atmung“, sondern dass die Sauerstoffbereitstellung für den aktuellen Energiebedarf nicht ausreicht. Aerobes Training (z. B. lockeres Joggen) und anaerobes Training sind daher keine Gegensätze, sondern zwei Bereiche, die sich in einem sinnvollen Trainingsplan ergänzen.
Warum anaerobes training in deinen plan gehört
Wer nur moderat trainiert, baut zwar eine solide Grundlage auf, lässt aber Potenzial liegen: Anaerobe Reize können helfen, mehr Explosivität, mehr Kraft und eine bessere Toleranz gegenüber intensiven Belastungen zu entwickeln. Gleichzeitig gilt: Weil die Belastung hoch ist, sind saubere Technik, passende Progression und ausreichende Erholung entscheidend. In den nächsten Abschnitten schauen wir uns die Prinzipien dahinter an, klären die wichtigsten Unterschiede zum aeroben Training und geben dir konkrete Beispiele, wie du anaerobe Einheiten praktisch und sicher in deine Routine integrierst.
Anaerobes training: definition und energiegewinnung im körper
Um zu verstehen, was ist anaerobes training, lohnt sich ein Blick auf die Energieversorgung deiner Muskulatur. Bei sehr intensiven Belastungen braucht dein Körper innerhalb von Sekunden viel Energie. Dafür nutzt er vor allem Kohlenhydrate (Glukose bzw. Glykogen) und stellt Energie über Prozesse bereit, die ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr funktionieren. Das ist nicht „besser“ oder „schlechter“ als aerob – es ist schlicht die passende Lösung, wenn die Intensität so hoch ist, dass Atmung und Kreislauf nicht schnell genug nachliefern können.
Vereinfacht laufen dabei zwei Dinge ab: Zuerst wird Energie extrem schnell aus kurzfristigen Speichern bereitgestellt (für sehr kurze Spitzen). Hält die hohe Intensität an, übernimmt zunehmend der anaerobe Kohlenhydratabbau. Diese Energiebereitstellung ist schnell, aber begrenzt – deshalb fühlen sich anaerobe Intervalle oft so an, als würde der Körper nach kurzer Zeit „zumachen“.
Aerob vs. anaerob: der unterschied in intensität und brennstoff
Der wichtigste Unterschied liegt in der Belastungsintensität und darin, welche „Brennstoffe“ bevorzugt genutzt werden. Im aeroben Bereich kann der Körper mit Sauerstoff länger Energie bereitstellen und nutzt dabei stärker Fette und Kohlenhydrate. Im anaeroben Bereich dominiert die schnelle Energie aus Kohlenhydraten, weil sie kurzfristig am schnellsten verfügbar ist. Praktisch bedeutet das: Aerob kannst du länger durchhalten, anaerob ist deutlich härter, aber dafür ideal, um Leistungsspitzen zu trainieren.
Als grobe Orientierung gilt: Anaerobe Belastungen liegen häufig bei etwa 80–90 % der maximalen Herzfrequenz (oder darüber, je nach Intervall). Noch alltagstauglicher ist der „Sprechtest“: Wenn du nur noch einzelne Wörter herausbekommst, bist du sehr wahrscheinlich im anaeroben Bereich.
Laktat: warum es brennt und warum das nicht nur negativ ist
Bei hoher Intensität entsteht vermehrt Laktat als Nebenprodukt des anaeroben Kohlenhydratabbaus. Oft wird das mit „Übersäuerung“ gleichgesetzt. Entscheidend ist: Laktat ist nicht einfach „Abfall“, sondern ein normaler Bestandteil des Energiestoffwechsels. Das unangenehme Brennen und der Leistungsabfall entstehen vor allem dann, wenn die Produktion so hoch ist, dass dein Körper es nicht schnell genug weiterverarbeiten kann.
Genau hier setzt Training an: Mit gut dosierten anaeroben Reizen verbessert sich deine Fähigkeit, intensive Belastungen länger zu tolerieren, Laktat besser zu puffern und schneller zu regenerieren. Das ist einer der Gründe, warum kurze, harte Einheiten so effektiv sein können – vorausgesetzt, sie sind sinnvoll in den Gesamtplan eingebettet.
Typische formen: sprints, HIIT und schweres krafttraining
Anaerobes training begegnet dir in vielen Disziplinen. Typische Beispiele sind:
- Sprints (z. B. 10–30 Sekunden maximal oder nahezu maximal)
- HIIT (hochintensive Intervalle mit kurzen Pausen, z. B. am Bike, Ruderergometer oder mit Bodyweight-Übungen)
- Schweres Krafttraining (z. B. 3–6 Wiederholungen mit langen Pausen oder harte Sätze bis nahe ans Limit)
Gemeinsam haben diese Formen: hohe Intensität, kurze Belastungsdauer und ein klarer Fokus auf Leistung (Schnellkraft, Kraft, Sprintfähigkeit) statt auf „lange gleichmäßig durchhalten“.
Praxisbeispiel: 30/30-sprints als einfacher einstieg
Ein klassisches, gut steuerbares Format sind 30/30-Intervalle. So kann eine Einheit aussehen:
- Aufwärmen: 8–12 Minuten locker (Laufen, Rad, Rudern) + 2–3 kurze Steigerungen
- Hauptteil: 8–12 Runden 30 Sekunden sehr schnell / 30 Sekunden locker
- Auslaufen: 5–10 Minuten locker
Wichtig: „Sehr schnell“ heißt nicht automatisch „voller Sprint“ – vor allem als Einsteiger. Ziel ist eine Intensität, die dich deutlich fordert, aber technisch sauber bleibt. Wenn die Form zerfällt oder du die Geschwindigkeit drastisch einbrichst, war der Start meist zu hart.
Pulszonen und beispielpläne im überblick
| Trainingsform | Beispiel | Typische intensität | Pause |
|---|---|---|---|
| Sprintintervalle | 10 × 20 s schnell | hoch, oft > 85 % HFmax | 60–120 s locker |
| HIIT am ergometer | 12 × 30/30 | hoch, ca. 80–90 % HFmax | 30 s locker |
| Schweres krafttraining | 5 × 5 Kniebeugen | hoch (Last), Puls variabel | 2–3 min |
Vorteile: mehr kraft, mehr schnellkraft, mehr leistungsfähigkeit
Richtig eingesetzt, unterstützt anaerobes training vor allem drei Ziele: Muskelkraft (mehr „Output“), Schnellkraft (Kraft schnell entwickeln) und Leistungsfähigkeit bei intensiven Belastungen. Du trainierst damit nicht nur Muskeln, sondern auch das Zusammenspiel aus Nervensystem, Stoffwechsel und Bewegungstechnik unter hoher Anforderung.
Für viele ist außerdem die Effizienz attraktiv: Kurze, harte Reize können spürbare Fortschritte bringen – besonders, wenn du bisher überwiegend moderat trainiert hast. Entscheidend bleibt aber die Balance: Anaerobe Einheiten sind ein starkes Werkzeug, das am besten wirkt, wenn es dosiert und mit ausreichend Erholung kombiniert wird.
Anaerobes training sinnvoll integrieren und steuern
Wenn du verstanden hast, was ist anaerobes training, stellt sich als Nächstes die praktische Frage: Wie passt es in deinen Wochenplan, ohne dass du dich überlastest? Für die meisten Freizeitsportler funktioniert eine einfache Faustregel gut: 20–30 % der gesamten Trainingszeit dürfen aus sehr intensiven, anaeroben Anteilen bestehen – der Rest bleibt locker bis moderat (aerob). So profitierst du von den Leistungsreizen, ohne dass Regeneration, Technik oder Motivation auf der Strecke bleiben.
Ein bewährter Einstieg sind 1–2 anaerobe Einheiten pro Woche (z. B. HIIT oder Sprintintervalle) mit mindestens 48 Stunden Abstand. Wenn du zusätzlich schweres Krafttraining machst, zählt auch das als hochintensiver Reiz. Dann kann es sinnvoll sein, die Intervalle an Tagen zu planen, an denen du ohnehin „hart“ trainierst, und die übrigen Tage bewusst leicht zu halten. Wichtig ist dabei nicht nur die Intensität, sondern auch die Qualität der Wiederholungen: Sobald Tempo, Bewegungsumfang oder Technik deutlich einbrechen, ist der Trainingsreiz oft erreicht.
Zur Steuerung eignen sich mehrere Marker: Puls (häufig > 80 % HFmax), der Sprechtest (nur noch einzelne Wörter möglich) und dein subjektives Belastungsempfinden. Gerade bei Intervallen ist es normal, dass der Puls etwas „hinterherläuft“ – deshalb ist das Gefühl für saubere, kontrollierte Härte oft hilfreicher als ein einzelner Wert auf der Uhr.
Mindestens genauso wichtig wie die Belastung ist die Regeneration. Plane nach intensiven Einheiten lockere Bewegung, ausreichend Schlaf und eine sinnvolle Progression (z. B. erst mehr Pausen, dann mehr Wiederholungen, erst danach mehr Intensität). So bleibt anaerobes Training ein Leistungsbooster statt einer Dauerbaustelle für Muskeln, Sehnen und Gelenke.
Ergonomische unterstützung und prävention bei hoher intensität
Weil anaerobe Belastungen kurz und sehr intensiv sind, entstehen hohe Kräfte – besonders bei Sprints, Sprüngen und schwerem Krafttraining. Prävention beginnt deshalb bei den Basics: solide Technik, ein strukturiertes Warm-up (Mobilität, Aktivierung, Steigerungen) und eine Umgebung, die saubere Bewegung zulässt (rutschfester Untergrund, passende Schuhe, ausreichend Platz).
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Ergonomische Hilfsmittel können ergänzend helfen, Belastungen besser zu verteilen und Stabilität zu erhöhen – vor allem, wenn du zu Überlastungen neigst oder nach einer Pause wieder einsteigst. Typische Beispiele sind:
- Bandagen oder Sleeves (z. B. für Knie oder Ellenbogen), die Wärme und ein stabileres Gefühl geben können, ohne Technik zu ersetzen.
- Orthopädische Einlagen, wenn Fußstellung oder Abrollverhalten zu wiederkehrenden Beschwerden führen und du bei intensiven Einheiten mehr Kontrolle brauchst.
Wichtig ist die Erwartungshaltung: Hilfsmittel sind kein Freifahrtschein für mehr Gewicht oder mehr Tempo. Sie sind am sinnvollsten, wenn sie in ein Gesamtkonzept aus Progression, Regeneration und guter Ausführung eingebettet sind. Wenn Schmerzen regelmäßig auftreten, ist eine fachliche Abklärung (z. B. Physiotherapie) sinnvoll, bevor du die Intensität weiter erhöhst.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der unterschied zwischen aerobem und anaerobem training?
Aerobes Training findet bei moderater Intensität statt, wenn der Körper den Energiebedarf der Muskulatur mit ausreichend Sauerstoff decken kann. Anaerobes Training beschreibt dagegen kurze, sehr intensive Belastungen, bei denen der Energiebedarf so hoch ist, dass die Bereitstellung über Sauerstoff nicht schnell genug nachkommt. Dann wird Energie überwiegend über den Abbau von Kohlenhydraten ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr bereitgestellt, was häufig mit Laktatbildung und schneller Ermüdung einhergeht.
Wie oft sollte ich anaerobes training in meine routine integrieren?
Für die meisten sind 1–2 Einheiten pro Woche ein guter Start. Als grobe Orientierung können 20–30 % deines Trainings aus intensiven, anaeroben Anteilen bestehen, während der Rest locker bis moderat bleibt. Fortgeschrittene können phasenweise mehr Intensität vertragen, sollten dann aber besonders auf Schlaf, Pausen und Technikqualität achten.
Welche risiken gibt es beim anaeroben training und wie kann ich sie minimieren?
Typische Risiken sind Überlastungen (z. B. an Achillessehne, Knie, Rücken), Technikverlust unter Ermüdung und zu wenig Regeneration. Minimieren kannst du das durch ein gutes Warm-up, realistische Progression, ausreichend Pausen zwischen harten Einheiten und das Stoppen eines Intervallsatzes, sobald die Ausführung deutlich schlechter wird. Ergonomische Unterstützung wie Bandagen oder Einlagen kann zusätzlich helfen, ersetzt aber keine saubere Bewegung.
Kann anaerobes training beim abnehmen helfen?
Ja, indirekt: Anaerobes Training erhöht den Energieverbrauch, kann Muskelmasse erhalten oder aufbauen und dadurch den Stoffwechsel unterstützen. Für nachhaltigen Fettabbau bleibt jedoch die Gesamtbilanz entscheidend (Ernährung, Alltagsbewegung, regelmäßiges Training). Am effektivsten ist meist die Kombination aus aeroben Grundlagen, gezielten anaeroben Reizen und Krafttraining.
Källor
- Owayo Magazin. "Anaerobes Training: Was ist das?"
- DAK Gesundheit. "Ausdauersport: Vorteile für Körper und Geist."
- Mhplus Krankenkasse. "Anaerobes Training: Definition und Nutzen."
- Akademie für Sport und Gesundheit. "Aerobes Training und Stoffwechsel."
- Stiftung Gesundheitswissen. "Aerobes und anaerobes Training: Was ist der Unterschied?"
- YouTube. "Anaerobes Training erklärt."
- Techniker Krankenkasse. "Steady State und aerobes Training."
- Runner's World. "Aerobe und anaerobe Schwelle im Lauftraining."
- Globetrotter Magazin. "Aerobes und anaerobes Training: Ein Überblick."
- AOK. "Aerobes Training: So klappt das perfekte Ausdauer-Workout."
- Polar Blog. "Ausdauer steigern: Aerobes vs. anaerobes Training."
- Bergfreunde. "Anaerobes Training im Bergsport."
- Sport Schuster Magazin. "Aerobes und anaerobes Training: Unterschiede und Vorteile."

















